Post Weld Heat Treatment ist bei Druckbehälter-Schweißnähten oft Pflicht — wann genau, welche Norm es regelt und wie die Praxis aussieht.
Post Weld Heat Treatment (PWHT) — auch Spannungsarmglühen — ist ein wärmebasiertes Verfahren, das nach dem Schweißen Eigenspannungen abbaut, Wasserstoff aus dem Gefüge austreibt und die Schweißnaht-Härte reduziert.
Wann ist PWHT vorgeschrieben?
Nach AD 2000 HP 7/1 (DACH) und ASME BPVC Section VIII Division 1 ist PWHT zwingend bei: - Stahlsorten P-No. 1 ab Wandstärken > 38 mm - Cr-Mo-Stählen (P-No. 4, 5A, 5B) bei den meisten Wandstärken - Sauergasdienst nach NACE MR0175 / ISO 15156 - Wenn ein FFS-Assessment nach API 579 dies fordert
Welche Temperatur und Haltezeit?
Typische Werte für C-Mn-Stahl: Aufheizgeschwindigkeit 50–200 °C/h, Haltezeit 1 h je 25 mm Wandstärke bei 580–620 °C, kontrollierte Abkühlung. Bei Cr-Mo: 690–750 °C, längere Haltezeiten.
Praxis-Faktoren
In der Anlage entscheiden Heizungsleistung (Induktion vs. Widerstand), Thermoelementanzahl (Faustregel: mindestens 3 je Zone), und die Isolierung. HSOS empfiehlt mindestens 3 Aufzeichnungspunkte pro Zone und schreibt jeden Lauf als rückverfolgbares Diagramm mit.
